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| Geschichte der Süßen Fratzen |
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In diesem Kapitel möchte ich (Zweibeinerin Daniela) Euch erzählen, wie es zu den Süßen Fratzen und zu dem Engagement für die Interessen von Kleintieren gekommen ist. Später bekam ich dann Fische. Was soll ich sagen? Sie stammten auch aus Zoohandlungen; Beratung im Internet gab es nicht und ich glaube dass ich wieder einmal ziemlich viel falsch gemacht habe.
Schnell wurde mir jedoch bewusst, dass ich nicht viel Ahnung von den neuen Tieren hatte. So hielt ich ihr freudiges „popcornen“ für epileptische Anfälle und ihr Quieken für ein Zeichen von Schmerzen. Doch mit Hilfe des Tierheimpersonals, meiner Freunde und des Internets bin ich dann doch irgendwie zu einer halbwegs kompetenten Meerschweinchen-Mama geworden. Wir haben einen Umzug überlebt, zwei Kastrationen und diverse lustige Anekdoten.
![]() Die Meerschweinchen und ihr neuer Mitbewohner verstanden sich anfangs sogar ganz gut. Doch schon bald kam es zu den ersten tierischen Missverständnissen. Wodka wollte die ganze Zeit mit seinen neuen Freunden kuscheln und immer mit ihnen in einer Hütte schlafen. Die Meerschweinchen schlafen aber lieber allein und sehen es als Anlass für einen Revierkampf wenn jemand in ihre Hütte kommt. Da Wodka nach cirka vier Wochen bereits doppelt so groß war wie die Meeris haben die ihn als Bedrohung empfunden und sind aus dem Häuschen geflohen. Er ist natürlich hinter her gegangen, weil er ja soooo gern mit ihnen zusammen sein wollte, das wiederum empfanden die Meeris als Verjagen und gerieten noch mehr in Panik und liefen weg. Wodka hat auch nicht verstanden dass Hänschen und Flöckchen nicht geputzt werden wollen. Untertänigst wie die beiden waren haben sie ihm auch immer brav das Köpfchen hingehalten und der Hasi hat sie geleckt - so lange, bis Flöckchen eine kahle Stelle rund ums Auge in der Größe einer Zwei-Euro-Münze hatte. Keines der Tiere wirkte in diesen Tagen wirklich glücklich. Die Meeris waren völlig verstört und Wodka nur noch auf mich fixiert. Er rannte mir den ganzen Tag hinterher wie ein kleiner Hund und saß stundenlang auf meinem Schoß und leckte meine Hand ab. Ich hatte mittlerweile natürlich auch im Internet mehr als einmal die Information bekommen, dass Kaninchen und Meerschweinchen jeweils einen eigenen Artgenossen brauchen und traf somit eine Entscheidung: Ich hatte mir schließlich ohne zu überlegen ein Tier ins Haus geholt und musste nun die Verantwortung übernehmen, koste es was es wolle. Mein erster Weg führte mich zum Tierarzt, denn schließlich musste ich ja erfahren, welches Geschlecht mein Kleiner hatte um den passenden Artgenossen zu holen. Es stellte sich heraus, dass Wodka ein Männchen ist und somit zu allererst kastriert werden musste. Eigentlich kastriert die Tierärztin nicht gern so junge Tiere, aber um Wodka und die Meerschweinchen schnellstmöglich wieder glücklich zu machen, wurde der Kleine von ihr entmannt. Einige Wochen später habe ich mir dann im Tierheim die kleine Baily, ein schwarzes, damals vier Monate altes Löwenkopf-Kaninchen ausgesucht. ![]() Die kleine Baily tat sich am Anfang ziemlich schwer bei uns. Schon im Tierheim wurde sie mir als sehr ängstlich beschrieben und das bestätigte sich auch bei mir zu Hause. Sie ließ mich gar nicht in ihre Nähe und auch Wodka war ihr viel zu ungestüm. Dieser hat sich natürlich riesig über seine Artgenossin gefreut und wollte am liebsten die ganze Zeit kuscheln, doch Baily hat ihn anfangs sehr auf Abstand gehalten. Aber nach einigen Wochen bin ich morgens aufgewacht und habe zwei kuschelnde Kaninchen vorgefunden. Hurra! Zusammenführung erfolgreich! In den nächsten Monaten musste ich einmal mehr feststellen, dass es eine Sache ist, eine halbwegs gute Meerschweinchenhalterin zu sein, und eine ganz andere Sache ist zwei Kaninchen zu halten. Es gab und gibt immer noch sehr sehr viel für mich über diese anspruchsvollen Lebewesen zu lernen, die ja komplett von mir abhängig sind. In dieser Zeit hat mein Engagement im Internet angefangen. Ich wollte mein Wissen über Kaninchen und Meerschweinchen erweitern und meine Erfahrungen mit anderen teilen. Auf diese Art und Weise bin ich auf viele unterstützenswerte Initiativen gestoßen, die alle auch einen Platz auf dieser Seite bekommen werden. Um auch in meiner Stadt etwas für Kleintiere zutun bin ich Futterpatin im Tierheim geworden und informiere mich regelmäßig auf deren Website . ![]() Außerdem haben meine süßen Fratzen und ich derweil Unterstützung von Zweibeiner Florian bekommen. Denn diesem wurde schnell klar, dass es mich nicht ohne meinen kleinen Zoo gibt. Zum Glück ist er aber mindestens genauso tierlieb wie ich und hatte so auch kein Problem damit mit mir und den vier Chaoten zusammen zu ziehen. Nachdem wir uns in der neuen Wohnung eingelebt hatten und Flo den Tieren wunderbare neue Eigenbauten angefertigt hat, begann ich mich wieder vermehrt im Internet zu engagieren. Eines Tages stieß ich auf der Website des Tierheims auf eine ergreifende Meldung. Acht Meerschweinchen, in gesundheitlich schlechtem Zustand und teilweise trächtig wurden abgegeben. Eines davon, ein Männchen war bereits sechs Jahre alt und dazu noch unkastriert. Ich bin vor Mitleid fast zerflossen, denn aufgrund von Erfahrungen die ich in den letzten Jahren gesammelt hatte wusste ich, dass die Vermittlungschancen des alten Mannes schlecht waren. Mit Tränen in den Augen berichtete ich Flo davon, nicht ohne den Hinweis, dass wir ja jetzt schon noch Platz für ein drittes Schweinchen hätten. Wir diskutierten die Fürs und Widers eines dritten Böckchens und waren uns natürlich auch der Tatsache bewusst, dass es nicht immer gut geht wenn man in eine funktionierende Bockgruppe ein drittes Tier hinein setzt. Schließlich beschlossen wir uns den Kerl im Tierheim einfach mal anzuschauen und mit dem Personal zu reden. Flo bestand darauf mitzukommen, denn er hatte Angst, dass ich sonst mit einem Hamster oder irgendetwas anderem im Schlepptau zurückkomme. So kamen die Farbmäuse Eowyn, Miss Marple und Frechdachs zu uns :-).
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